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Optik-Mythen – Was stimmt und was nicht?

Es kursieren zahlreiche Mythen um die Gesundheit der Augen, die uns schon von unseren Eltern gepredigt wurden. Aber was ist wirklich dran an diesen Optik-Mythen? GRONDE SEHEN & HÖREN klärt auf!

Optik-Mythen – weil wir immer schlechter sehen?

Ein Blick in die Fußgängerzonen zeigt, um unser Augenlicht scheint es nicht zum Besten zu stehen. Im Vergleich zu früher sehen wir jede Menge Brillenträger. Mehr als 41 Millionen Deutsche ab 16 Jahren tragen eine Brille, das sind fast 60% aller Menschen in Deutschland in dieser Altersgruppe. Davon tragen 23,4 Millionen die Brille ständig und weitere 17,7 Millionen gelegentlich. Der Eindruck trügt also nicht, der Anteil der Brillenträger in Deutschland wächst. Im Jahr 1952 lag er in Westdeutschland bei noch 43 Prozent. (Quelle: ZVA Brillenstudie)
Woran liegt’s? Einerseits wird Fehlsichtigkeit heute sicherlich häufiger entdeckt als früher. Andererseits halten sich aber auch hartnäckig “Gerüchte”, dieses oder jenes Verhalten würde die Augen schädigen. Wir haben uns diese Optik-Mythen angesehen, also was stimmt und was nicht?

Mythos Nr. 1: Lesen im Dunkeln schadet den Augen

Unsere Eltern haben uns davor gewarnt: Das Lesen unter der Bettdecke ist schlecht für die Augen! Tatsächlich ist es anstrengend für den Sehnerv, kleine Buchstaben im Dunkeln zu lesen, aber ein Grund zur Sorge ist es eigentlich nicht. Die Augen erholen sich sehr schnell vom kurzen Lesen in der Dunkelheit und es kommt keinesfalls zum Verlust der Sehkraft. Was aber relevant ist, ist das Nahsehen. Es gibt Studien, die gezeigt haben, dass bei einigen Menschen mit genetischer Veranlagung das dauerhafte Nahsehen zu einer sogenannten Myopisierung führt, das heißt zur Entwicklung einer Kurzsichtigkeit. Wenn man also lange bei schlechtem Licht liest und sich das Buch vor die Nase hält, dann ist das auf die Dauer nicht gut für die Augen.

Fast jeder dritte Deutsche ist kurzsichtig. Das heißt, das Nahsehen funktioniert gut, aber in der Ferne sehen diese Menschen nur noch unscharf. Kurzsichtigkeit kann entstehen, wenn in der Kindheit und Jugend der Augapfel zu lang wächst und seine kugelige Form verliert. Linse und Hornhaut können dann das Bild nicht sauber auf der Netzhaut abbilden sondern etwas davor. Dann sehen wir in der Ferne unscharf.
Ständiges und dauerhaftes Nahsehen kann den Augapfel anregen, in die Länge zu wachsen. Und viele Deutsche sitzen am Tag allein mindestens 6 Stunden vor dem Bildschirm. Unsere Augen müssen heute anders arbeiten als früher. Anstelle des “gesunden” häufigen Wechsels von Ferne zu Nähe und zurück, der unsere Augen fit hält, wird oft lange auf die Nähe fokussiert, wie beim Lesen oder Arbeiten am Computer. Deshalb sind regelmäßige Pausen vom Bildschirm und immer wieder kurze Blicke in die Ferne gerade für Bildschirmarbeiter so wichtig. Das kann helfen, der Kurzsichtigkeit vorzubeugen.

Hier finden Sie hilfreiche Augenübungen, die Sie während Ihrer Pausen machen können, um ihre Augen wieder zu entspannen.

Mythos Nr. 2: Die Sehkraft verringert sich durch das Sitzen vorm TV, PC oder Tablet

Der geringe, immer gleich bleibende Abstand beim Arbeiten am Bildschirm oder Fernsehschauen ermüdet zwar die Augen, aber das hat wenig mit den technischen Geräten zu tun. Ähnlich wie beim Lesen vergessen wir beim Blick auf den Bildschirm oft das Blinzeln. Und das trocknet unsere Augen aus. Sie können sich röten, brennen, jucken oder auch schmerzen. Das ist zwar unangenehm, aber es hat erstmal keinen Einfluss auf die Sehstärke. Trotzdem sollte man “Trockene Augen” nicht ganz auf die leichte Schulter nehmen. Mehr dazu hier.
Aber nicht der Bildschirm oder das Lesen der Buchstaben sind schädlich für die Augen, sondern das dauerhafte Nahsehen. Das haben wir unter Mythos 1 schon erklärt.

Mythos Nr. 3: Durch das Tragen einer Brille werden die Augen schlechter

Eine Brille hat keinen Einfluss auf die Veränderung des Sehvermögens. Die Augen werden weder besser noch schlechter. Es verändert sich auch nichts an der Sehkraft, wenn man keine Brille oder die falschen Korrektionswerte trägt. Hier sind vielmehr das Alter, die genetische Veranlagung oder auch Krankheiten relevante Faktoren. Nur bei Kindern ist es sehr wichtig, dass sie bei einer Fehlsichtigkeit eine Brille mit den richtigen Werten tragen, da diese hilft, die Sehleistung erst vollständig zu entwickeln.

Mythos Nr. 4: Der Verzehr von Karotten stärkt die Sehkraft

Karotten enthalten viel Vitamin A, dessen Mangel zur Nachtblindheit, Austrocknung der Hornhaut und sogar deren Einschmelzung führen kann. Bei einer gesunden Lebensweise mit viel Gemüse nimmt man automatisch ausreichend Vitamin A ein. Nur ein andauernder Mangel an Vitamin A würde zu Sehproblemen führen. Das bedeutet aber nicht umgekehrt, dass bei einem übermäßigen Karotten-Konsum sich das Sehvermögen verbessert.

Mythos Nr. 5: Augentraining verhindert Weitsichtigkeit im Alter

Im Alter verändert sich die Augenlinse und es kommt zu einer Weitsichtigkeit. Beim Sehen in der Nähe wölbt sich normalerweise die Linse mit Hilfe eines Muskels im Auge (Ziliarmuskel), verkürzt die Lichtbrechung und stellt so das Bild scharf. Da nun offensichtlich ein Muskel beteiligt ist, liegt die Vermutung nahe, dass man diesen Muskel einfach nur genug trainieren muss, um die Weitsichtigkeit zu verhindern. Die Alterssichtigkeit ist jedoch nicht nur bedingt durch ein Nachlassen der Muskelarbeit, sondern die Linse selbst verliert an Elastizität. Sie kann sich nicht mehr auf die Nähe einstellen. Das ist ein natürlicher Alterungsprozess, der auch leider nicht wegtrainiert werden kann.

Mythos Nr. 6: Man kann blind werden, wenn man zu viel in die Sonne schaut.

Das stimmt tatsächlich, denn zu starke Sonneneinstrahlung kann die Netzhaut beschädigen. Durch die UV-Strahlen kann sie regelrecht verbrannt werden. Deshalb ist es wichtig, die Augen immer mit einer passenden Sonnenbrille zu schützen. Und deshalb sind auch die Verdunklungsbrillen zum Beobachten einer Sonnenfinsternis absolut wichtig. Mehr zum Thema UV-Licht und UV-Schutz haben wir hier zusammengefasst.

Mythos Nr. 7: Kontaktlinsen können hinters Auge rutschen.

Hier können wir direkt Entwarnung geben, eine Kontaktlinse kann nicht hinter das Auge rutschen. Sie kann sich zwar verschieben, aber die Bindehaut ist mit dem Auge verwachsen, sodass es anatomisch gar nicht möglich ist, dass die Kontaktlinse hinter das Auge rutscht. Was leider immer wieder vorkommt: Die Kontaktlinse wird im Auge vergessen. Das spricht zwar dafür, dass sie gut angepasst ist, und man sie gar nicht spürt, sollte aber wenn möglich nicht vorkommen. Denn erstens wird dann in der Regel auch die vorgeschriebene Tragedauer überschritten. Das begünstigt die Ablagerung von Schmutz oder Keimen im Auge. Und zweitens ist es auch schon passiert, dass deshalb mehrere Linsen übereinander getragen wurden. Klingt verrückt? Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Mythos Nr. 8: Die Augen bleiben schief stehen, wenn man absichtlich schielt?

Das haben wir in unserer Kindheit doch alle mal gehört. Aber auch diese Geschichte, die Eltern und Großeltern heute noch gern bemühen, gehört ins Reich der Mythen. Es gibt keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem durch absichtliches Schielen die Augen in Schiefstellung stehengeblieben sind. Also einfach fröhlich weiterschielen, allerdings nur, wenn man nicht von sich aus schielt.

Sie haben Fragen zum Thema Augen und Optometrie? Oder möchten Sie einen ausführlichen Augen-Check machen? Kommen Sie bei uns vorbei, wir beraten Sie gerne!

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